Kneipps Vermächtnis...


Pfarrer Kneipp traf umfassende Vorkehrungen, um seine Lehre rein zu halten und vor Spekulanten zu schützen. Er war sich im klaren darüber, daß seine Appelle zu vernünftiger Lebensführung und naturgemäßem Heilen dann wirken würden, wenn damit nicht nur eine Ansprache des Menschen erfolgt, sondern dieser gleichzeitig animiert und motiviert wird. Dies schien am ehesten im Zusammenschluß Gleichgesinnter erreichbar. 1890 erfolgt deshalb die Gründung des ersten (Central-)Kneipp-Vereins in Wörishofen, mit o.g. Ziel, aber auch, den Kneipp-Gedanken dank der Unterstützung durch den Verein und entsprechender Publikationen, noch mehr und vor allem unsentimental und nicht verklärt verbreiten zu wollen. „Ich will, daß meine Lehre allen Menschen zuteil werde“ war seine Verpflichtung der Menschheit gegenüber und gleichzeitig eine riesengroße Aufgabe. Die Entwicklung hat Kneipp bestätigt. Trotz der an Wirrnissen reichen Zeit, breitete sich sein Erbe gewaltig aus, war der Aufstieg der Kneipp-Bewegung unaufhaltsam und ist es bis zum heutigen Tage. Der „Kneippianer“ ist zu einem Begriff geworden ebenso die Einrichtungen Orte, Institute und die gesundheitsfördernden Maßnahmen. Dies alles war nur möglich, weil Kneipp sein Wissen und Können nicht mit ins Grab genommen hat, sondern rechtzeitig für dessen Übernahme und Verbreitung sorgte.

 

Was in aber in den letzten Jahren störte war die Geschäftemacherei mit seinem Namen. Er ließ deshalb eine Erklärung veröffentlichen, in der er sich von den Machenschaften vieler Fabrikanten distanzierte. Gleichzeitig fand Kneipp1893 in dem Würzburger Apotheker Leonhard Oberhäußer einen geeigneten Partner zur Verbreitung seiner Heilmittel. Er überließ nämlich die Verarbeitung der Heilpflanzen der Professionalität des Apothekers und industrieller Fertigungsbetriebe. Kneipp formulierte des Text der Vereinbarung zur Zusammenarbeit folgendermaßen: „Die Apotheker L. Oberhäußer und R. Landauer in Würzburg sind allein und für immer berechtigt, alle Kneippschen Heilmittel und Spezialitäten im In- und Ausland zum Zeichen der Echtheit und Güte mit dem Bilde und Namenszug des Herrn Pfarrers Sebastian Kneipp zu versehen. Es sind daher die einzigen Heilmittel, welche Pfarrer Kneipp prüft und empfiehlt.“ Aus dieser Kooperation heraus entstanden die KNEIPP® Heilmittelwerke, ein pharmazeutischer Hersteller von pflanzlichen Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln, diätetischen Lebensmitteln und Körperpflegemitteln, der heute nicht nur die reine Herstellung und den weltweiten Vertrieb der bekannten KNEIPP® Produkte verfolgt, sondern sich auch intensiv um den Schutz der Marke kümmert und zur Verbreitung der Inhalte des Kneipp`schen Naturheilverfahrens entscheidend mit beiträgt.

 

Im Jahre 1894 erfolgte die Gründung des „Internationalen Vereins der Ärzte Kneipp`scher Richtung..“ Sebastian Kneipp war sich von Anfang an bewußt, daß sein Werk nur bestand haben würde, wenn es von „Leuten vom Fach“, sprich von den Ärzten, übernommen und weiterentwickelt wird. Als medizinischer Laie war er sich seiner Grenzen wohl bewußt – und dies unterscheidet ihn von vielen seiner Vorgänger, Zeitgenossen und Nachfolger – sicherte ihm auch sein Werk bis zum heutigen Tage. Heute ist es der Kneippärztebund e.V. als Nachfolgeorganisation, der seine Aufgabe darin sieht, die Kneipp`sche Ganzheitstherapie wissenschaftlich zu erforschen, weiterzuentwickeln und als Bestandteil einer zukunftsorientierten integrativen Medizin zu lehren und im In- und Ausland zu etablieren.

 

Aus innerer Überzeugung forderte Kneipp auch die Weiterentwicklung seiner Methoden. Sein Vermächtnis erfüllte sich mehr und mehr. Seine fünfsäulige, ganzheitliche Naturheiltherapie wird ständig weiter erforscht, differenziert, verfeinert und ergänzt, Millionen Menschen wurde damit geholfen, unzählige Anhänger schwören darauf. Heute ist daraus die weltweit größte Gesundheitsbewegung mit mehr als 200.000 Mitgliedern geworden, in der – ganz im Sinne Sebastian Kneipps – nicht die kommerziellen Interessen im Vordergrund stehen, sondern die Gesundheit des Menschen absolute Priorität genießt.

 

 Vollendung des Werks